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Die Yali Moschee (Yalı Camii) in
Tschanakkale (Çanakkale) ist eine historische osmanische
Moschee im heutigen Stadtzentrum.
Sie steht im Viertel Kemalpaşa an der Yalı Caddesi, nahe
der Uferzone. Der Name „Yalı“ bedeutet sinngemäß „am Ufer
gelegen“ bzw. „am Wasser gelegen“. Die Yali Moschee (Yalı
Camii) wird auch Tavil (bzw. Tevil) Ahmet Ağa Camii genannt,
weil die Tavil Ahmet Stiftung der Träger ist.
Die ursprüngliche Bauinschrift fehlt aber auf dem heutigen
Eingangsschild steht das Jahr 1646 n.Chr. als Gründungsjahr.
Ein Dokument von 1727 erwähnt die Stiftung des Tavil Ahmet Ağa.
Sicher ist, dass die Moschee mehrfach durch Brände schwer
beschädigt und immer wieder aufgebaut wurde. Besonders
einschneidend waren die Brände von 1836 und 1853/54 n.Chr.
Nach dem letzten Brand wurde das Gebäude laut der erhaltenen
Reparaturinschrift unter Miralay (Oberst) Halil Bey 1854
wiederhergestellt beziehungsweise neu aufgebaut. Manche ältere
Sekundärquellen nennen abweichend 1884; die neuere Forschung
und die lokale Darstellung sprechen aber überzeugender für
1854.
Architektonisch ist die Moschee eher schlicht: Sie besitzt
einen annähernd rechteckigen Grundriss, Mauerwerk aus
Bruchstein mit Ziegelbändern, ein traditionelles Walmdach mit
türkischen Dachziegeln, rechteckige Fenster sowie ein
einzelnes Minarett. Der Mihrab tritt an der Außenwand hervor.
Damit unterscheidet sie sich deutlich von den großen
osmanischen Kuppelmoscheen.
Direkt neben der Moschee befindet sich eine kleine Hazire,
also ein umfriedeter historischer Friedhof. Dort liegen
mehrere bedeutende Personen der lokalen Geschichte; auch
Miralay Halil Bey wurde dort bestattet. Eine neuere
Untersuchung zählt noch 19 Grabsteine, darunter einen von 1750
n.Chr.
Auch im Ersten Weltkrieg spielte die Lage eine Rolle.
Während der Kämpfe um die
Dardanellen (Çanakkale Boğazı)
1915 n.Chr. wurde die Stadt von alliierten Schiffen
beschossen. Die Yalı Camii wurde dabei beschädigt,
insbesondere ihr
Minarett.

Foto Y.Özoguz (2026 n.Chr.)