.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Arnold Joseph Toynbee war ein britischer Historiker und
Geschichtsphilosoph. Er lebte von 1889 bis 1975 und gehörte
besonders in den 1940er- und 1950er-Jahren zu den
international bekanntesten Historikern.
Berühmt wurde er durch sein zwölfbändiges Hauptwerk „A
Study of History“, das zwischen 1934 und 1961 erschien. Darin
untersuchte er nicht einzelne Nationalstaaten, sondern ganze
Zivilisationen wie die ägyptische, hellenische, islamische,
indische und westliche Zivilisation.
Toynbee vertrat die Auffassung, dass Zivilisationen sich
nach wiederkehrenden Mustern entwickeln. Sein bekanntestes
Modell ist das Prinzip von „challenge and response“
(Herausforderung und Antwort): Eine Gesellschaft wächst, wenn
kreative Minderheiten erfolgreich auf politische, soziale oder
ökologische Herausforderungen reagieren. Sie zerfällt, wenn
ihre Führungsschichten ihre schöpferische Kraft verlieren und
nur noch Macht ausüben.
Neben seiner historischen Arbeit war Toynbee ein Fachmann
für internationale Politik. Er lehrte unter anderem an der
London School of Economics und am King’s College London und
war viele Jahre Studiendirektor am britischen Royal Institute
of International Affairs, bekannt als Chatham House.
Seine Theorien waren sehr einflussreich, wurden aber auch
kritisiert: Viele Historiker hielten seine großen
Zivilisationsmodelle für zu schematisch, spekulativ und
religiös geprägt. Dennoch gilt Toynbee als einer der
bedeutendsten Vertreter der vergleichenden Universal- und
Zivilisationsgeschichte des 20. Jh. n.Chr.
Obwohl einige seiner Theorien der
Gesetzmäßigkeit zur Entwicklung von Völkern durchaus eine
Basis in
Heiligen Quran hat,
wurde er in der
Islamischen Weltgemeinschaft [umma] nie richtig gewürdigt.
Das lag vor allem an seiner extrem einseitigen, von der
Westlichen Welt
geprägten Darstellung zum Armenien-Konflikt in seinem Buch: „Les
Massacres Armeniens“, das 1916 n.Chr. veröffentlicht worden
ist.