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Die Schehreküstü Moschee (Şehreküstü Camii) in
Bursa,
auch Pars Bey Camii genannt, ist eine historische
Moschee im Stadtteil Schehreküstü (Şehreküstü) im Bezirk
Osmangazi.
Die Geschichte der
Moschee reicht in die frühosmanische Zeit zurück. Die
ursprüngliche Moschee wurde 1430 n.Chr. unter Sultan
Murat
II. von Bedreddin Mahmud Bey, genannt Pars Bey, gestiftet.
Das türkische Kulturministerium nennt ausdrücklich Pars Bey
als Bauherrn und 1430 als Baujahr.
Die heutige Moschee ist allerdings größtenteils nicht mehr
das Gebäude aus dem 15. Jh.n.Chr. Der historische Bau hatte im
Laufe der Jahrhunderte starke Schäden erlitten. Nach einem
Brand 1801 n.Chr. wurde
Moschee und benachbarte
Tekke
wiederaufgebaut. Eine umfassende Instandsetzung fand nach 1864
statt
Um 1980 wurde der stark beschädigte historische Bau
schließlich abgerissen. 1984 entstand an seiner Stelle die
heutige betonarme, kuppelgedeckte Moschee. Vom ursprünglichen
Bau ist im Wesentlichen nur das
Minarett erhalten geblieben.
Architektonisch misst der heutige eigentliche Gebetsraum
innen ungefähr 9,10 × 16,23 Meter. Davor befindet sich ein
etwa 5,10 Meter tiefer Son-Cemaat-Bereich, also die Vorhalle
bzw. der Gebetsbereich für Nachzügler. Das historische
Minarett besitzt einen zylindrischen Schaft, einen
einzelnen Balkon (Şerefe) und einen spitzen Kegelhelm. Der
Zugang zum
Minarett erfolgt aus dem Inneren der Moschee an der
nordwestlichen Ecke.
Als besonders auffällig gilt die
Gebetsnische [mihrab]. Sie ist mit Fliesen gestaltet, die
stilistisch auf die berühmten Kacheln des
Grünen Mausoleums (Yeşil Türbe) Bezug nehmen. Im
Untergeschoss befinden sich ein Konferenzsaal und ein
Moscheebrunnen (Schadrivan) für die
rituellen Waschungen [wudhu].
An der Seite der
Gebetsrichtung [qibla] befindet sich das Grabmal von Pars
Bey. Dort liegt nach den offiziellen Angaben auch Bedreddin
Mahmud, Sohn des Abdullah, der Stifter der Moschee, begraben.
Der berühmte
islamische
Mystiker
Niyazi Misri hielt sich im 17. Jh.n.Chr. zeitweise in
Zellen bei der von Pars Bey errichteten Şehreküstü-Moschee
auf, bevor sein eigener Derwischkonvent entstand.
Der Name Şehreküstü lässt sich ungefähr als „der Stadt gram
/ mit der Stadt zerstritten“ verstehen („şehir“ bedeutet
Stadt, „küsmek“ beleidigt/entfremdet sein). Es handelt sich
heute um den traditionellen Namen des Viertels. Die Moschee
erhielt ihren gebräuchlichen Namen von diesem Stadtteil. Der
Name „Şehreküstü“
wird in
Bursa traditionell damit erklärt, dass dieses Viertel
außerhalb der damaligen Stadtmauern entstand.

Foto Y.Özoguz (2026 n.Chr.)