Scheherazade
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2b/Scheherazade.tif/lossy-page1-606px-Scheherazade.tif.jpg Scheherazade

Aussprache: schaharazaada
arabisch:
شهرزاد
persisch:
شهرزاد
englisch:
Sheherazade

Bild: Gemälde der Scheherzade von Sophie Gengembre Anderson

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Scheherazade ist die bedeutendste weibliche Figur in den Märchen von Tausend und eine Nacht.

Möglicherweise ist der Name abgeleitet vom persischen Namen Schehrazad, der sich aus den Wörtern Schehr („Abstammung, Stadt“) und azad („edel, erhaben, frei“) zusammensetzt. Die frühesten Formen von Scheherazades Namen in arabischen Quellen sind Schirazad [شيرازاد] bei Al-Masudi  und Schahrazad bei Ibn Nadim. Es könnte aber auch ein Wortspiel aus Schahr („Abstammung, Stadt“) und Zade („Nachkomme“) sein, was dann Nachkomme der Abstammung hieße.

Die Schreibweise Scheherazade erscheint erstmals 1801 in englischsprachigen Texten entlehnt aus dem deutschen Sprachgebrauch.

Der fiktive König Schahriyar ist so schockiert von der Untreue seiner Frau, dass er sie töten lässt und seinem Wesir die Anweisung gibt, ihm fortan jede – in einigen Versionen: jede dritte – Nacht eine neue Jungfrau zuzuführen, die jeweils am nächsten Morgen ebenfalls getötet werden soll.

Nach einiger Zeit will Scheherazade, die Tochter des Wesirs, die Frau des Königs werden, um das Morden zu beenden. Sie beginnt, ihm Geschichten zu erzählen; am Ende der Nacht ist sie an einer so spannenden Stelle angelangt, dass der König unbedingt die Fortsetzung hören will und die Hinrichtung aufschiebt. In der folgenden Nacht erzählt Scheherazade die Geschichte weiter, unterbricht am Morgen wieder an einer spannenden Stelle usw. Nach tausendundeiner Nacht hat sie ihm in den orientalischen Druckfassungen drei Kinder geboren, und der König gewährt ihr Gnade.

In einer ebenfalls aus dem Orient stammenden Schlussfassung gibt es eine Variation. In der Druckausgabe Breslau 1824–1843 hat Scheherazade dem König sein Unrecht vor Augen geführt, so dass dieser bereut und Gott dankt, dass er ihm Scheherazade gesandt hat. Er feiert eine große Hochzeit mit ihr. In dieser Variante gibt es keine Kinder.

Zuweilen wird vermutet, dass der Märchenfigur Scheherazade die historische Person Chayzuran bint Atta als Vorlage gedient habe, was aber mit den Gegebenheiten kaum übereinstimmt.

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