Muhsin Hakim
Sayyid Muhsin Hakim

Aussprache: as-sayyid haadschim al-bahraaniy
arabisch:
السید محسن الطباطبائي الحکیم
persisch:
سید محسن طباطبائي حکیم
englisch:
Sayyid Muhsin Hakim

1.10.1306 - 27.3.1390 n.d.H.
31.5.1889 - 2.6.1970 n.Chr.

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As-Sayyid Muhsin at-Tabatabai al-Hakim war eine der führenden Vorbilder der Nachahmung des 14.Jh. n.Chr. n.d.H. (20. Jh. n.Chr.) aus dem Irak und lebte in Nadschaf. Nach dem Tod von Großayatollah Boroudscherdi galt er als eine der bedeutendsten schiitischen Autoritäten seiner Zeit.

Im Rahmen seines Kampfes gegen den Kommunismus im Irak erklärte er zusammen mit Sayyid Abdalhadi Schirazi  die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei für religiös verboten [haram]. Zur Förderung religiöser Aktivitäten gründete er die Dschamaʿat al-Ulama (Vereinigung der Gelehrten) in Nadschaf. In jungen Jahren war al-Hakim während des Ersten Weltkriegs Befehlshaber irakischer Kämpfer zur Verteidigung der Osmanen, da er das Land nicht an Nicht-Muslime abtreten wollte. Zu seinen bedeutenden Unternehmungen gehörte die Gründung zahlreicher Bibliotheken in verschiedenen Ländern der Welt.

Sein wichtigstes Werk im Bereich der islamischen Islamische Rechtswissenschaft [fiqh] ist Mustamsak al-„Urwa al-Wusqa“, das bis heute große Beachtung in der Hawza findet.

Einige seiner Söhne wurden vom Baath-Regime im Irak inhaftiert oder getötet. Sein bekanntester Sohn war Muhammad Baqr al-Hakim, der bei einem Terroranschlag Märtyrer wurde.

As-Sayyid Muhsin at-Tabatabai al-Hakim wurde am Fitr-Fest des Jahres 1306 n.d.H. (31. Mai 1889) in Nadschaf in einer sehr angesehenen Familie geboren. Sein Vater, as-Sayyid Mahdi al-Hakim, war ein bedeutender religiöser Gelehrter in Nadschaf. Muhsin al-Hakim war sechs Jahre alt, als sein Vater verstarb.

Ayatollah Sayyid Muhsin at-Tabatabai al-Hakim hatte zehn Söhne und vier Töchter.

Im Alter von sieben Jahren begann er mit dem Lesen des Heiliger Quran und Schreiben. Mit neun Jahren begann er das Studium der islamischen Wissenschaften. Er erlernte zunächst Grundlagen wie arabische Sprachwissenschaften und Logik [mantiq] sowie Werke der Methodenlehre (Usul al-fiqh).

Im Jahr 1327 n.d.H. (1909–1910 n.Chr.) begann al-Hakim das Fortgeschrittenenstudium bei herausragenden Gelehrten. Dazu zählte unter anderem Ayatollah Muhammad Husain Naini. Al-Hakim erlangte den Rang eines Rechtsgelehrter [mudschtahid]. Zudem besuchte er ethische Vorträge und Predigten.

Ab Seit 1333 n.d.H. (1914/5 n.Chr.) unterrichtete al-Hakim die mittleren Stufen und ab 1337 n.d.H. (1918/9 n.Chr) die fortgeschrittenen Stufen. In über fünfzig Jahren Lehrtätigkeit bildete er zahlreiche bedeutende Schüler aus, darunter:

bullet Sayyid Muhammad Husain Fadhlullah
bullet Sayyid Qadhi Tabatabai
bullet Muhammad Baqir al-Sadr

und unzählige weitere große Gelehrte.

Sayyid Muhsin al-Hakim verfasste über vierzig Werke, darunter eigenständige Abhandlungen sowie Kommentare und Anmerkungen zu klassischen Texten, u. a.:

bulletMustamsak al-ʿUrwa al-Wuthqā
bulletHaqāʾiq al-Usūl (Kommentar zu Kifāyat al-Usūl)
bulletNahdsch al-Fuqahāʾ (Kommentar zu al-Makāsib)
bulletManāhidsch an-Nāsikīn (zu den Hadsch-Riten)
bulletKommentar zu Tabsirat al-Mutaʿallimīn von al-Allāma al-Hillī
bulletKommentar zu Taschrīh al-Aflāk (Astronomie)
bulletKommentar zu al-Muhtasar an-Nāfiʿ
bulletal-Masāʾil ad-Dīniyya
bulletRisāla fī Irth az-Zauǧa
bulletMinhādsch as-Sāliḥīn

Nach dem Tod von Ayatollah Muhammad Husain Naini (1355 n.d.H./1936 n.Chr.) und später von Sayyid Abū al-Hasan Isfahānī (1365 n.d.H./1946 n.Chr.) gewann seine Stellung als Vorbild der Nachahmung zunehmend an Bedeutung. Nach dem Tod von Großayatollah Boroudscherdi (1380  n.d.H./1961 n.Chr.) wurde Sayyid Muhsin al-Hakim faktisch zum Vorbild der Nachahmung der Mehrheit der Schiiten weltweit.

Nach dem Putsch von Hasan al-Bakr verschärfte das Baath-Regime den Druck auf Ayatollah al-Hakim. Er stand unter Hausarrest, und die Hawza von Nadschaf geriet unter schwere Repressionen.

Schließlich verstarb Sayyid Muhsin al-Hakim am 27. Rabi-ul-Awwal 1390 (2. Juni 1970) in Bagdad im Alter von 84 Jahren. Sein Leichnam wurde nach KerbelaK und anschließend nach Nadschaf überführt und dort in einem von ihm selbst vorbereiteten Grab in der Nähe seiner Bibliothek beigesetzt.

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