Sayyid ibn Tawus

Sein Werk: Luhuf
Sayyid ibn Tawus

Aussprache: as-saayid ibn Tawuus
arabisch:
السيد بن طاووس
persisch:
سيد بن طاووس
englisch:
Sayyid bin Tawus

15.1.589 - 5.11.664 n.d.H.
21.1.1193 - 8.8.1266 n.Chr.

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Ali ibn Musa ibn Dschafar ibn Tawus, bekannt als al-Sayyid ibn Tawus war ein großer Gelehrter [faqih] des Islam in seiner Zeit und Autor von Al-Luhuf.

Einer seiner Titel war Radhi-ad-Din (Zufriedener der Religion). Er war ein Sayyid und stammt von Imam Hasan (a.) ab. Er wurde am Donnerstag, 15. Muharram 589 (21. Januar 1193) in Hillah unweit von Kerbela geboren.

Sein Vater Musa ibn Dschafar war einer der großen Erzähler von Überlieferungen [hadith]. Er sammelte die Überlieferungen [hadith], von denen er erfuhr auf Zettel. Sein Sohn Sayyid ibn Tawus sammelte jene Zettel, ordnete die Überlieferungen [hadith] nach Themen und brauchte sie als Buch heraus unter dem Titel: "Firqat al-nazir wa bahjat al-khatir mimma Rawah walidi Musa ibn Dschafar." Sayyid ibn Tawus' Mutter war die Tochter von Warram ibn Abi Firas, einer der großen Gelehrten [faqih] der Zeit.

Sayyid ibn Tawus begann seine Ausbildung in Hillah, wo er von seinem Vater und seinem Großvater Warram ibn Abi Firas gelehrt wurde. Er studierte zweieinhalb Jahre lang islamische Rechtswissenschaft und brachte sich später vieles durch Selbststudium von Büchern selbst bei. Später bildete er zahlreiche Schüler aus, die berühmt werden sollten, wie unter anderem Allama Hilli.

Seine erste Reise führte ihn nach Kazimein. Dort heiratete er die Tochter von Nasir al-Din Nasir ibn al-Mahdi, Minister des Kalifen Nasir al-Abbasi. Mit seiner Ehefrau zog 602 oder 620 n.d.H. (1205 oder 1123) nach Bagdad und blieb dort für 15 Jahre lang. Während seines Aufenthalts in Bagdad war al-Sayyid mit Ibn al-Alqami befreundet, dem berühmten schiitischen Minister der Abbasiden, der vom Kalifen Mustansir respektiert wurde. Sayyid ibn Tawus erhielt vom Herrscher ein Haus in Bagdad.

Mustansir unterbreitete Sayyid ibn Tawus Angebote, einige Regierungsaufgaben zu übernehmen, aber Sayyid ibn Tawus lehnte sie ab. Im Jahr 652 n.d.H. (1254 n.Chr.) begann der Mongolensturm und 656 n.d.H. (1258 n.Chr.) wurde Bagdad geplündert. Zuvor hatte Sayyid ibn Tawus die Stadt mit ca. 1000 Anhängern verlassen und war nach Hillah zurückgekehrt. Dieses wurde ihm ermöglicht weil er mit der Regierung der Mongolen kooperierte. So soll der Mongolenführer Hulagu Chan Gelehrte [faqih] des Islam in Bagdad versammelt und sie gefragt haben, ob ein nichtmuslimischer gerechter König besser sei oder ein muslimischer, aber tyrannischer König. Sayyid ibn Tawus soll geantwortet haben, dass ein heidnischer gerechter König besser sei.

Sayyid ibn Tawus nahm die Position des Niqaba (eine Art Großwesir) unter der Herrschaft von Hulagu Chan an, was er unter den Abbasiden stets abgelehnt hatte. Er hatte diese Position vier Jahre lang bis zu seinem Tod inne.

Al-Sayyid b. Tawus interessierte sich mehr als alles andere für spirituelle Themen und die meisten seiner Schriften drehten sich um solche Themen. In seinen Werken ist eine große Sammlung Anrufungen Gottes erhalten geblieben. Seine Beschreibungen zum Determinismus wurden oft missverstanden und kritisiert. Er betrachtete das Wissen über Gott als Ergebnis göttlicher Inspiration und als eine natürliche Angelegenheit, die nicht durch Intellekt und Studium erworben werden könne.

Basierend auf den Schriften von Ibn Tawus stellten ihn einige Schriftsteller als eine ungesellige Person vor, die sich für Askese und Mystik interessierte und den Umgang mit Menschen als Grund betrachtete, sich von Gott zu entfernen. Er riet seinem Sohn, sich nicht mit Menschen abzugeben, und betrachtete dies als einen Grund, sich von Gott zu entfernen.

Ibn Tawus hat mehr als fünfzig Bücher verfasst, von denen die meisten über Bittgebete und Besuche [ziyara] handeln. Er verfügte über eine reiche Bibliothek mit etwa 1500 Büchern. Einige seiner berühmten Werke sind:

bullet Al-Luhuf 'ala Qatla l-Tufuf
bulletIqbal al-A'mal
bulletKaschf al-Mahadscha
bulletMuhasabat al-Nafs.

Er starb am Montag, dem 5. Dhul-Qada 664 (8. August 1266) im Alter von 75 Jahren in Hillah. Wie er es im Falah al-sa'il geschrieben hat, hatte er sich in der Imam-Ali-Moschee in Nadschaf ein Grab vorbereitet. Dennoch wird ihm in Hillah ein Schrein zugeschrieben.

Bereits zu Lebezeiten wurden ihm aufgrund seiner großen ethischen Eigenschaften, seiner Frömmigkeit und seiner ständigen Aufmerksamkeit für seine Taten, spirituellen Erfahrungen und Wundertaten zugeschrieben, so dass er als Dschamal al-'Arifin (die Schönheit der Erkenntnisreichen) berühmt wurde. Seine Werke beeinflussten viele spätere Werke.

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