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Die Halitsch Kapiüstü Moschee (Haliç Kapıüstü Mescidi /
Gebetsmoschee über dem Tor am Goldenen Horn) bzw. Haliç
Tersanesi Kapıüstü Mescidi (mit Zusatz „Werften“), direkt am
heutigen Istanbul Sanat Müzesi auf dem Gelände der
historischen
Goldenes Horn Werften ist eine historische
Moschee in
Istanbul.
Als Baudatierung wird oft „1730 n.Chr.“ vermutet. Die
Stifterin soll Rabia Hatun, die Ehefrau des Tersane Emini
Mehmet Emin Agha, gewesen sein. Der Tersane Emini war ein
hoher Verwaltungs- bzw. Finanzbeamter der staatlichen Werft.
Kültür Envanteri nennt ausdrücklich Rabia Hatun als Stifterin
und 1730 als Baujahr. Rabia Hatun soll in dem Hazire (beiligender
Freidhof) beim Mehmet-Emin-Ağa-Sebil neben der
Dolmabahtsche-Moschee (Dolmabahçe Camii) bestattet sein.
Andere historische Untersuchungen belegen, dass eine
Kapıüstü Mescidi an genau dieser Stelle bereits im 17.
Jh.n.Chr. vorhanden war.
Der Bau liegt in Bedrettin, Beyoğlu, innerhalb des
ehemaligen Komplexes der
Goldenes Horn Werften. Der Name Kapıüstü Mescidi bedeutet
wörtlich ungefähr „Gebetsraum über dem Tor“. Historische
Quellen verorten die
Moschee über bzw. unmittelbar an einem Tor des
Werftgeländes auf der Divanhane-Seite.
Charakteristisch ist der vergleichsweise kleine, kompakte
Baukörper unter einem breiten, niedrig geneigten Walmdach (kırma
çatı). Dazu kommt ein schlankes
Minarett. Das Gebäude wurde im Laufe der Zeit mehrfach
verändert.
Ein besonders wichtiger Einschnitt war das Istanbuler
Erdbeben vom 10. Juli 1894. Eine bauhistorische Untersuchung
geht davon aus, dass der Kapıüstü Mescidi dabei beschädigt
wurde und anschließend während der Herrschaft Sultan
Abdülhamid II. repariert, verstärkt und teilweise erneuert
wurde. Wahrscheinlich entstand in dieser Phase auch ein
zweigeschossiger Son-Cemaat-Bereich, also ein vorgelagerter
Bereich vor dem eigentlichen Gebetsraum. Dazu passt eine
erhaltene bzw. überlieferte Bauinschrift, die eine Baumaßnahme
im
Radschab 1312
n.d.H. (1894/95 n.Chr.) unter Sultan
Abdülhamid II. nennt.
Nach Gründung der Republik verlor das Gebäude seine
religiöse Funktion. Dabei wurde es massiv verändert. Das
Minarett wurde 1932 n.Chr. entfernt und der Bau für eine
schulische Nutzung umgebaut. Die Schule hieß: Gemi Yapı Teknik
ve Meslek Lisesi (Technische bzw. berufliche Schule für den
Schiffbau). Bis in die 1980er Jahre diente er als Schule und
anschließend noch als Neben- bzw. Dienstgebäude der Werft.
Danach verfiel bzw. verödete er zunehmend.
Das ist eine bemerkenswerte Episode: Ein religiöser Bau der
osmanischen Marineverwaltung wurde in der Republik zu einer
Einrichtung für die moderne technische Ausbildung des
Schiffbaus. Trotz radikaler Funktionsänderung blieb damit eine
Verbindung zur Werft erhalten.
Im Jahr 2006 n.Chr. wurde die Inschrift des Mescids
zwischen Bewuchs bzw. im verwilderten Gelände gefunden und aus
dem Osmanischen Türkisch übertragen. Parallel begann die
systematische Dokumentation des Gebäudes und der zugehörigen
Hazire, also des kleinen historischen Begräbnisbereichs.
Restaurationsarbeiten für den Kapıüstü Mescidi wurden ab 2007
vorangetrieben. Die eigentliche Restaurierung begann 2011. und
endeten 2013 n.Chr. Ein
Minarett wurde rekonstruiert.
Heute steht der kleine Sakralbau unmittelbar neben dem
İstanbul Sanat Müzesi.

Foto Y.Özoguz (2026 n.Chr.)