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Cezayirli Gaza Hassan Pascha (Algerischer Hasan Pascha) war
einer der bedeutendsten osmanischen Admiräle des 18. Jh. n.Chr.
und später sogar kurzzeitig Großwesir.
Sein Beiname Cezayirli bedeutet „der Algerier“ bzw. „aus
Algerien“, weil ein wichtiger Teil seiner frühen Laufbahn mit
Algier verbunden war. Er ist außerdem unter dem Spitznamen
„Palabıyık“ bekannt.
Seine Herkunft ist nicht ganz sicher. Eine kaukasische
Herkunft wird für wahrscheinlich erachtet. Er soll um 1713
n.Chr. geboren sein. Als Kind wurde er
an der persischen Grenze gefangen genommen und an einen
Kaufmann aus Tekirdağ namens Hacı Osman Agha verkauft. Dieser
zog ihn zusammen mit seinen eigenen Kindern auf. Später wurde
Hasan freigelassen und heiratete sogar die Tochter seines
früheren Herrn.
Im Jahr 1738 n.Chr. trat er während des
Osmanisch-Russisch-Österreichischen Krieges in das
Janitscharenkorps ein und fiel bei den Kämpfen um Belgrad
durch Mut auf. Danach begann seine eigentliche
Seefahrerkarriere. Er wollte nach
Algier gehen, dessen Seeleute damals einen legendären Ruf
genossen. Auf der Reise soll er ein feindliches Schiff
überwältigt haben und damit in
Algier angekommen sein. Dort erhielt er zunächst ein
Schiff, später ein Kaffeehaus und schließlich die Verwaltung
des Sandschaks Tlemcen (Tilimsân). Wegen politischer
Rivalitäten musste er
Algier jedoch wieder verlassen und gelangte über Spanien
und Neapel nach
Istanbul.
Ab 1761 machte er rasch Karriere in der Marine der
Osmanen. Er stieg vom Schiffskapitän über verschiedene
Admiralsränge auf. Im Osmanisch-Russischen Krieg von 1768–1774
kämpfte er 1770 n.Chr. gegen die russische Flotte. Bei den
Kämpfen vor Çeşme sank sein eigenes Schiff. Hasan Pascha wurde
verwundet, sprang ins Meer und wurde gerettet. Kurz darauf
wurde die osmanische Flotte bei Çeşme weitgehend vernichtet.
Seinen großen Ruhm gewann er unmittelbar danach bei Limnos/Limni.
Obwohl nur begrenzte Verstärkung verfügbar war, setzte er mit
einer kleinen Truppe auf die von den Russen belagerte Insel
über und trug dazu bei, die Festung zu retten und die Russen
zum Rückzug zu zwingen. Dafür erhielt er 1770 den Titel „Gazi“
und wurde zum Kaptan-ı Deryâ (Großadmiral) der
osmanischen Flotte, ernannt.
In seiner langen zweiten Amtszeit als Kaptan-ı Deryâ wurde
er unter Sultan
Abdülhamid I. zu einer der mächtigsten Persönlichkeiten
des Reiches. Er intervenierte militärisch unter anderem in
Syrien
, auf der Peloponnes/Morea und in
Ägypten, wo er gegen die mächtigen Führer der
Mamluken Murad Bey und İbrahim Bey vorging.
Besonders wichtig war seine Rolle bei der Modernisierung
der
osmanischen Marine. Nach den schweren Niederlagen gegen
Russland setzte er sich für eine systematischere Ausbildung
von Marineoffizieren nach europäischen Methoden ein. Auf seine
Initiative entstand 1776 in Kasımpaşa die Hendesehâne-i Bahrî,
eine Vorläuferinstitution der späteren osmanischen
Marineschule bzw. heutigen türkischen Marineakademie. Sie gilt
als eine der ersten
osmanischen Schulen, die ausdrücklich nach
westlich-technischen Lehrmethoden arbeitete.
Sehr bekannt ist auch sein Löwe. Zeitgenössische und
spätere Darstellungen zeigen Hasan Pascha häufig mit einem
Löwen an seiner Seite. Daraus entstand das populäre Bild des
furchtlosen Admirals, der mit einem gezähmten Löwen umherging.
Die Darstellung wurde zu einem festen Bestandteil seiner
Ikonographie.
1789/90 n.Chr. erreichte seine Karriere den Höhepunkt. Nach
dem Tod
Abdülhamids I. und dem Regierungsantritt
Selims III. wurde Hasan Paşa schließlich zum
Großwesir der Osmanen ernannt. Wenige Monate später starb er
am 19.3.1790 in Schumen im heutigen Ostbulgarien an einem
Fieber. Es gab Gerüchte, dass er vergiftet worden sei. Er
wurde in Çeşme begraben.
Bereits 1785 ließ er seinen nach ihm benannten
Cezayirli Gazi Hassan Pascha Landsitz erbauen.
Er ist Stifter der
Kaptan Derya Cezayirli Gazi Hassan Pascha Moschee. Seine
Büste ist im
Marine-Museum Tschanakkale (Çanakkale Deniz Müzesi)
ausgestellt.
In
Istanbul ist auf der Nordostseite des
Goldenen Horn ein Park nach ihm benannt.