Brudermord
Brudermord

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Kain und Abel von Jacopo Robusti (1514-1594); Öl auf Leinwand; 149 x 196 cm; Venedig, Accademia

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Der Brudermord, zuweilen auch Kainismus genannt, wird die Ermordung des eigenen Bruders bezeichnet. Er ist eine der schlimmsten Sünden und größten Verbrechen im Islam. Das erste dokumentierte Verbrechen der Menschheitsgeschichte ist der Mord Kains an  Abel.

Im Osmanischen Reich war der Brudermord beim Amtsantritt eines neuen Herrschers im Zeitraum 15. bis 17. Jh. n.Chr. durchaus üblich, wobei selbst unschuldige Kleinstkinder ermordet wurden. Den Brudermord hat Fatih Sultan Mehmed offiziell als Gesetz eingeführt mit und gestattte seinen Nachkommen ausdrücklich wenn es die "Ordnung der Welt" erfordere. Zahlreiche Hofgeistliche erließen Rechtsurteile [fatwa], die selbst den Babymord als geringeres Übel bezeichneten mit der Begründung, dass der später erwachsene zur Spaltung des Reichs führen könnte.

Das größte Massaker in diesem Bereich bewirkte Mehmed III., der 16 seiner Brüder ermorden ließ und diese zusammen mit ihrem Vater beigesetzt wurden.

Derartige in jeder Hinsicht dem Geist und Inhalt widersprechende Rechtsurteile [fatwa] wurden im 17. Jh. wieder aufgehoben und für nichtig erklärt; Anhänger des Osmanischen Reichs versuchen aber mit allen möglichen Verrenkungen das Verbrechen zu rechtfertigen.

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