Beheschti
Sayyid Mohammed Husaini Beheschti

Aussprache: muhammad hussaini beheschti
arabisch:
محمد حسینی بهشتی
persisch:
محمد حسینی بهشتی
englisch: Mohammad Beheshti

24.10.1928 - 28.6.1981 n.Chr.

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Ayatollah Sayyid Mohammed Husaini Beheschti war ein großer Gelehrter und Vorsitzender des Wächterrates in der Anfangszeit der Islamischen Republik Iran. Als Ayatollah und Sayyid genoss er großes Ansehen in der Bevölkerung und gehörte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Islamischen Revolution.

Ayatollah Beheschti wurde am 24. Oktober 1928 in Isfahan in einer religiösen Familie geboren. Er hatte zwei Schwestern. Schon als Kind fiel er durch außergewöhnlichen Fleiß und Intelligenz auf. Mit 18 Jahren ging er nach Qum und traf dort unter anderem Imam Chomeini, der auch sein Lehrer werden sollte. In Qum lebte er von einem bescheidenen Gehalt als Englisch-Lehrer. Er arbeitete bei einer Diskussionsgruppe mit, die Ayatollah Morteza Motahhari zusammengestellt hatte und die sich Donnerstagabend und Freitags trafen, um über islamische und gesellschaftliche Themen zu diskutieren. Gemeinsam Organisierten islamische Programme für kleine Städte und Dörfer, damit die Bevölkerung dort in Kontakt mit Islam kommt.

In den Unruhen der 50er Jahre wurde er politisch aktiv. Er nahm an Demonstrationen teil und hielt revolutionäre Reden, in denen er den Kolonialismus verdammte. Nachdem 1953 die CIA im Iran einen Umsturz durchführte bemerkte Ayatollah Beheschti rückblickend: "Wir haben gemerkt, dass die Zeit für eine Revolution noch nicht reif ist. Wir benötigen zunächst eine kulturelle Bewegung und entschieden uns dafür, dass diese kulturelle Bewegung ausschließlich islamisch sein muss. Also westliche und östliche Gedanken sollen nicht übernommen werden."

Ayatollah Beheschti arbeitete hart daran, Theologie-Studenten mit Universitätsstudenten zu vereinen und beide für eine islamische Bewegung zu gewinnen. Er selbst schloss 1965 seine Doktorarbeit in der Philosophie ab. In der Zeit geriet er zunehmend unter Beobachtung des Geheimdienstes (SAVAK) des Schah.

Am 4. November 1964 entschied Premierminister Mansur, dass Imam Chomeini ins Exil muss. Am 27. Januar 1965 tötete eine Gruppe namens Fedaine Islam  den Premierminister. Die Gelehrten [faqih] hatten große Sorge, dass die bedeutendsten Persönlichkeiten Verfolgt und ermordet werden könnten, so dass Ayatollah Milani und Ayatollah Abdulkarim Hairi Ayatollah Beheschti baten, nach Hamburg auszureisen. Irgendwie gelang es, ihm einen Reisepass zu besorgen und er konnte kurzfristig abfliegen. Eigentlich sollte er nur kurz in Hamburgbleiben, aber er erkannte den großen Bedarf an Islam. Zwischen 1965 und 1971 leitete er die neu errichtete Imam Ali Moschee in Hamburg (siehe Foto oben) und gründete das Islamische Zentrum Hamburg. Als Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg erlangte er große Verdienste in der Grundlagearbeit für alle Muslime in Deutschland.

Während seiner Zeit in Hamburg, unternahm er wichtige Reisen in viele Länder der Welt des Islam. 1970 kehrte er zurück in den Iran.

Er widmete sich sofort der Verbreitung der Befreiungstheologie des Islam. Im Auftrag und als Schüler von Imam Chomeini war er Gründungsmitglied der "Vereinigung der kämpfenden Geistlichkeit". Im Jahr 1978 reiste er nach Paris zu Imam Chomeini. Dort beschlossen Imam Chomeini und seine engsten Vertrauten die Gründung eines Revolutionsrates. Nach der Rückkehr Imam Chomeini in den Iran war Ayatollah Beheschti maßgeblich an der Gründung der Islamisch-Republikanischen Partei beteiligt und wurde von Imam Chomeini in der verfassungsgebenden Versammlung und als Oberster Richter eingesetzt.

Ayatollah Beheschti kannte sich gut mit Medien aus: Er gründete mehrere Zeitschriften und Zeitungen, drunter Echo des Islam in Europa und Tehran Times. Er schrieb auch mehrere Bücher unter anderem über ein alternatives Bankensystem und die Finanzrichtlinien im Islam.  Er war ein großer Unterstützer der Idee der Statthalterschaft des Rechtsgelehrten [wilayat-ul-faqih].

Am 28. Juni 1981 wurde er bei einem Bombenanschlag auf die Zentrale der Islamisch Republikanischen Partei (IRP) in Teheran zusammen mit weiteren 72 großen Persönlichkeiten getötet, während er einen Vortrag hielt. Der Bombenanschlag wurde von den so genannten Volksmudschahedin ausgeführt. Die Märtyrer werden als Märtyrer des siebten Tir geehrt, dessen prominentes Persönlichkeit Ayatollah Beheschti war.

Neben zahlreichen Straßen tragen die frühere Nationaluniversität des Iran in Teheran sowie der internationale Flughafen Isfahan den Namen "Märtyrer [shahid] Beheschti". Am Tag vor seinem Martyrium hatte er den im Krankenhaus liegenden schwer verletzten Imam Chamene'i besucht, der erst zwei Tage zuvor ebenfalls Opfer eines Anschlages geworden war, aber überlebt hatte.

Ayatollah Beheschti wurde zusammen mit seinen ermordeten Mitstreitern im  Friedhof Behescht-e Zahra beigesetzt. Nach und nach wurde über den Gräbern ein Mausoleum errichtet. Zu den aufsehen erregenden Aussagen seines Lebens gehört unter anderem Ayatollah Beheschtis Liebeszitat zu Iran.

In Anlehnung an eine Aussage des Heiligen Quran über Abraham (a.) sagte Imam Chomeini über Ayatollah Beheschti: "Beheschti war eine Nation".

Imam Chamene'i sagte über ihn: "Ein Mumin (Überzeugter/Gläubiger), Muchlis (aufrichtig), Sadiq (wahrhaftig), fleißig bei der Arbeit. Er glaubte an das, was er sagte, und verpflichtete sich dafür zu arbeiten. Er kannte die Gefahren. Er wusste, dass die Front einem Minenfeld gleicht. Jede Stunde, jeden Moment bestand das Risiko, das Leben zu verlieren. Dennoch schritt er furchtlos voran, seine Augen auf das Ziel gerichtet, ohne Angst zu haben. Die größte Prüfung für Schahid Beheschti war diese: Das Ausmaß an Verleumdung, das es zu dieser Zeit gegen diesen großen, wertvollen und herausragenden Sayyid gab, durch die feindliche Propaganda, gab es nur gegenüber ganz wenigen seit dem Start der Revolution bis heute. Schahid Beheschti war ein unzerstörbarer Mahlstein, der dutzende Dinge mit einer Umdrehung erledigte. Er gab den anderen Energie, er initiierte Aktionen, er schritt voran, generierte neue Ideen. Und wegen dieser Ideen bekam er viele Feinde."

Und Imam Chamene'i sagte über ihn, als er selbst noch im Krankenbett nach dem Anschlag auf ihn lag: "Ich denke Herr Beheschti war eine sehr große Persönlichkeit und die Menschen haben nicht verstanden und verstehen immer noch nicht, wer Schahid Beheschti war. Behetschi wird in der Zukunft verstanden werden."

Das ehemalige Wohnhaus von Ayatollah Beheschti ist heute das Märtyrer-Beheschti-Museum.


Mausoleum Ay.Beheschtis 2006

Eingang zum Mausoleum

Grabstelle (oben) und Wandauflistung aller Märtyrer innerhalb des Mausoleums (rechts)

Links zum Thema

bullet Bildergalerie Ayatollah Beheschti
bullet Gott und die Welt - Buch von Ayatollah Beheschti - Inhaltsverzeichnis

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