S.M.Aschtiani
Sakina Muhammadi Aschtiani

Aussprache: sakiyna muhammadiy aschtiyaaniy
arabisch:
سکینه محمدی آشتیانی
persisch:
سکینه محمدی آشتیانی
englisch:
Sakineh Mohammadi Ashtiani

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Sakina Muhammadi Aschtiani (Sakineh Mohammadi Ashtiani) war eine Iranerin aus dem Nordwesten des Landes, die international bekannt wurde, weil sie wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt worden war und ihr Fall in den Medien mit einem erfundenen Interview verbreitet worden ist.

Ihr Rechtsfall geht auf das Jahr 2006 n.Chr. zurück. Zunächst wurde sie wegen einer „unerlaubten Beziehung“ zu zwei Männern zu 99 Peitschenhieben verurteilt. Danach wurde sie zusätzlich wegen „Ehebruchs während bestehender Ehe“ verurteilt und zum Tod durch Steinigung Steinigung verurteilt, eine Strafe, die Seyyed Mahmoud Haschemi Schahroudi bereits im Jahr 2002 ausgesetzt hat und die anschließend nie wieder praktiziert worden ist, selbst wenn es Verurteilungen dazu gab. Sakina Muhammadi Aschtiani ging in Berufung durch alle Instanzen, bis ihr Todesurteil im Jahr 2007 n.Chr. vom Obersten Gericht bestätigt wurde.

Letztlich wurde die Todesstrafe aufgehoben bzw. in eine Haftstrafe umgewandelt. Im März 2014 n.Chr. durfte sie nach etwa acht Jahren Haft das Gefängnis verlassen. Iranische Stellen bezeichneten dies zunächst als Hafturlaub und später als Begnadigung wegen guter Führung.

Der Fall wurde 2010 n.Chr. weltweit vor allem durch ein Exklusiv-Interview mit „The Gaurdian“ bekannt und zum Symbol für die Kritik an Steinigung hochstilisiert, obwohl diese schon seit vielen Jahren in der Islamischen Republik Iran nicht mehr umgesetzt worden war. Ein Guardian-Artikel vom 6./7. August 2010 des damaligen Iran-Korrespondenten Saeed Kamali Dehghan wurde als exklusives Interview mit Sakina Muhammadi Aschtiani präsentiert. Laut Text sei das Gespräch über einen nicht genannten Vermittler geführt worden. Darin wurden ihr Aussagen zugeschrieben wie, die iranischen Behörden würden über die Vorwürfe gegen sie lügen und wollten sie heimlich hinrichten.

Am 26. August 2026 hat der damalige Journalist Saeed Kamali Dehghan auf seinem eigenen Instagram-Account öffentlich zugegeben, dass das gesamte Interview frei erfunden worden war und sich öffentlich dafür entschuldigt. Es habe weder direkt noch indirekt jemals ein Gespräch gegeben. Der Wortlaut lautet sinngemäß: „Dieses Interview hat nie stattgefunden. Ich habe den ganzen Artikel erfunden.“

Die Vorsitzende des sogenannten Zentralrats der Ex-Muslime Mina Ahadi veröffentlichte unmittelbar darauf die Behauptung, Dehghan habe ihr bereits 2010 n.Chr. persönlich eingeräumt, dass das Interview erfunden gewesen sei. Sie habe damals geschwiegen, weil er befürchtet habe, vom Guardian entlassen und möglicherweise in den Iran abgeschoben zu werden.

Auf der Guardian-Seite wurde Dehghan daraufhin als „former Guardian journalist“ (ehemaliger Guardien Journalist) bezeichnet. Das erfundene Interview wurde aber zunächst online nicht gelöscht.

Der Fall stellt ein Paradebeispiel des Softwar der Westlichen Welt gegen die Islamische Republik Iran dar.

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